Anwendungsfall: Mobilität und Logistik
Flotten außerhalb der Mobilfunkabdeckung orten
Wo kein Mobilfunknetz verfügbar ist, bestimmt ein Ortungsgerät seine Position weiterhin per GNSS und sendet sie stattdessen über eine Satellitenverbindung. Die ESA nennt Satellitenkonnektivität als Möglichkeit, Logistik- und Mobilitätsdienste dort am Laufen zu halten, wo der Mobilfunk unzureichend ist oder fehlt. Für die offene See bezeichnet die ESA sie als unersetzliche Verbindung zum Rest der Welt.
- Referenz
- UC-21
- Technologien
- Herausforderung
- Konnektivität, Positionsbestimmung und Zeitsynchronisation
- Aktualisiert
- Herausgeber
- LETO SPACE
01Ausgangslage
Warum Flotten aus dem Blick geraten
Lkw auf Langstrecken, Auflieger auf abgelegenen Abstellflächen, Güterwagen und Schiffe verlassen regelmäßig die Mobilfunkabdeckung. Ein Tracker, der nur über das Mobilfunknetz sendet, speichert seine Positionen dann zwischen oder verstummt, bis er wieder eine Verbindung hat. Die Leitstelle verliert das Fahrzeug genau dort aus den Augen, wo Hilfe am schwersten hingelangt.
Die ESA beschreibt diese Lücke für den Landverkehr: Logistik- und Mobilitätsdienste brauchen Konnektivität auch dort, wo der Mobilfunk unzureichend, unzuverlässig, beeinträchtigt oder gar nicht vorhanden ist, zum Beispiel im autonomen Fernverkehr. Über Satellitenkonnektivität können Fahrzeuge in abgelegenen oder schlecht versorgten Gebieten zudem kritische Situationen melden, etwa Pannen, Unfälle oder Diebstahl Quelle: European Space Agency (ESA), ESA Space Solutions, abgerufen am 6. Oktober 2026European Space Agency (ESA), ESA Space SolutionsESA Space Solutions: Space for land mobilityabgerufen am 6. Oktober 2026Quelle öffnen (öffnet business.esa.int). Auf offener See ist Satellitenkommunikation eine unersetzliche Verbindung zwischen den Aktivitäten auf dem Meer und dem Rest der Welt Quelle: European Space Agency (ESA), ESA Space Solutions, abgerufen am 6. Oktober 2026European Space Agency (ESA), ESA Space SolutionsESA Space Solutions: Space for maritimeabgerufen am 6. Oktober 2026Quelle öffnen (öffnet business.esa.int).
- L1 GrundkarteGelände, Fluss und Parzellen
- L2 Straßen und RouteHauptstraßen, die verfolgte Route in Blau
- L3 UmschlagplätzeFlusshafen und Depot mit Containerflächen
- L4 Ohne MobilfunkHier gibt es kein Mobilfunknetz, die Positionen kommen per Satellit
02Technik
So funktioniert die Ortung per Satellit
Zwei Satellitentechnologien teilen sich die Arbeit:
- Die Position kommt aus GNSS. Das Gerät berechnet seine Position aus den Signalen der Satellitennavigation. GNSS ermöglicht die Ortung und Sendungsverfolgung von Fahrzeugen und Gütern, die Routenoptimierung, die Überwachung von Verkehrsflüssen und von Gütern auf dem Transportweg Quelle: European Space Agency (ESA), ESA Space Solutions, abgerufen am 6. Oktober 2026European Space Agency (ESA), ESA Space SolutionsESA Space Solutions: Space for land mobilityabgerufen am 6. Oktober 2026Quelle öffnen (öffnet business.esa.int). Für den Straßenverkehr beschreibt die EUSPA Telematikeinheiten für das Asset Management, die GNSS-Positionen übermitteln. So können Betreiber ihre Fahrzeugflotten und den Zustand von Gefahrgut überwachen Quelle: EU Agency for the Space Programme (EUSPA), 26. Mai 2026EU Agency for the Space Programme (EUSPA)EU Space Market Report 2026, Issue 126. Mai 2026Quelle öffnen (öffnet euspa.europa.eu).
- Die Übertragung läuft über Satellit. Wo kein terrestrisches Netz verfügbar ist, sendet das Gerät Position und Status über eine Satellitenverbindung statt über das Mobilfunknetz.
Die Mobilfunkstandards führen beides inzwischen zusammen. Seit Release 17 enthalten die 3GPP-Spezifikationen NB-IoT und LTE-M (eMTC) über nichtterrestrische Netze. Ein IoT-Gerät kann damit direkt mit einem Satelliten kommunizieren, wobei davon ausgegangen wird, dass es einen GNSS-Empfänger hat Quelle: 3rd Generation Partnership Project (3GPP), abgerufen am 6. Oktober 20263rd Generation Partnership Project (3GPP)Non-Terrestrial Networks (NTN)abgerufen am 6. Oktober 2026Quelle öffnen (öffnet 3gpp.org). Unsere Seiten Was ist GNSS? und Was ist Satellitenkommunikation? erklären beide Technologien.
Auf See kommt eine weitere Prüfung hinzu: Mit Erdbeobachtung lassen sich die AIS-Meldungen überprüfen, die Schiffe aussenden, und Schiffe erkennen, die keine solchen Meldungen senden Quelle: European Space Agency (ESA), ESA Space Solutions, abgerufen am 6. Oktober 2026European Space Agency (ESA), ESA Space SolutionsESA Space Solutions: Space for maritimeabgerufen am 6. Oktober 2026Quelle öffnen (öffnet business.esa.int).
03Ergebnisse
Was Sie erhalten
- Positionen von Fahrzeugen, Aufliegern, Containern oder Schiffen entlang der gesamten Route, auch auf den Abschnitten ohne Mobilfunk.
- Alarme von Fahrzeugen in abgelegenen Gebieten, etwa nach einer Panne, einem Unfall oder einem Diebstahl Quelle: European Space Agency (ESA), ESA Space Solutions, abgerufen am 6. Oktober 2026European Space Agency (ESA), ESA Space SolutionsESA Space Solutions: Space for land mobilityabgerufen am 6. Oktober 2026Quelle öffnen (öffnet business.esa.int).
- Daten für die Routenoptimierung und die Überwachung von Verkehrsflüssen und von Gütern auf dem Transportweg Quelle: European Space Agency (ESA), ESA Space Solutions, abgerufen am 6. Oktober 2026European Space Agency (ESA), ESA Space SolutionsESA Space Solutions: Space for land mobilityabgerufen am 6. Oktober 2026Quelle öffnen (öffnet business.esa.int).
- Ein einziger Datenstrom in Ihrem Flotten- oder Transportmanagementsystem, gleich, über welches Netz die Meldung kam.
04Grenzen
Grenzen
Grenze 01
GNSS braucht freie Sicht zum Himmel
GNSS-Signale kommen am Boden schwächer an als das Umgebungsrauschen. In Gebäuden und unter der Erde erhält der Empfänger kein brauchbares Signal, und in Straßenschluchten verschlechtern reflektierte Signale die Positionsgenauigkeit Quelle: UK GO-Science, UK Government Office for Science, 30. Januar 2018UK Government Office for ScienceSatellite-derived time and position: a study of critical dependencies (Blackett review)30. Januar 2018Quelle öffnen (öffnet gov.uk). In einer Lagerhalle oder einem Tunnel kann ein Tracker, der sich allein auf GNSS stützt, seine Position nicht aktualisieren.
Grenze 02
Signale lassen sich stören oder fälschen
Jamming kann einen Empfänger vom Signal abschneiden, Spoofing kann ihn eine falsche Position melden lassen. Günstige Störsender sind leicht erhältlich Quelle: UK GO-Science, UK Government Office for Science, 30. Januar 2018UK Government Office for ScienceSatellite-derived time and position: a study of critical dependencies (Blackett review)30. Januar 2018Quelle öffnen (öffnet gov.uk). Wie Sie das erkennen und damit umgehen, behandelt der Anwendungsfall GNSS-abhängige Abläufe absichern.
Grenze 03
Standards für die direkte Satellitenverbindung sind jung
IoT über Satellit ist erst mit Release 17 in die 3GPP-Standards aufgenommen worden Quelle: 3rd Generation Partnership Project (3GPP), abgerufen am 6. Oktober 20263rd Generation Partnership Project (3GPP)Non-Terrestrial Networks (NTN)abgerufen am 6. Oktober 2026Quelle öffnen (öffnet 3gpp.org). Prüfen Sie, welche Geräte, Netze und Regionen ein Anbieter unterstützt, bevor Sie einen Rollout planen.
05Nächste Schritte
So unterstützen wir Sie
Wir ermitteln, wo Ihre Routen die Abdeckung verlassen und welche Entscheidungen unter der Lücke leiden. Im Leistungsbereich Anforderungen und Beschaffung legen wir Geräte, Konnektivität und die Integration in Ihre Systeme fest und vergleichen Anbieter mit diesen Anforderungen. Ein Pilotprojekt mit einem Teil der Flotte zeigt dann, ob sich die Lücke im täglichen Betrieb schließt.
Für die Suche nach Anbietern von Ortungsgeräten und Satellitenkonnektivität hat Spacegraph, unsere Discovery-Plattform, eine Branchenkategorie für Transport und Logistik.
06Anwendungsfälle
Verwandte Anwendungsfälle
- Entlegene Sensoren über Satelliten-IoT anbindenDieselben Verbindungen für fest installierte Sensoren an abgelegenen Orten.
- Schutz vor Jamming und SpoofingWas zu tun ist, wenn der Position selbst nicht zu trauen ist.
- Globale Verkehrsknoten überwachenDer Zustand der Häfen und Knotenpunkte, auf die eine Flotte angewiesen ist.
- Satellitendaten für Mobilität und LogistikAlle Anwendungsfälle für Transport und Logistik.
Häufige Fragen
F1Brauchen wir Satellitentracker für die gesamte Flotte?
Meist nicht. Laut ESA ist Satellitenkonnektivität dort nötig, wo der Mobilfunk für Logistik- und Mobilitätsdienste unzureichend, unzuverlässig oder gar nicht vorhanden ist Quelle: European Space Agency (ESA), ESA Space Solutions, abgerufen am 6. Oktober 2026European Space Agency (ESA), ESA Space SolutionsESA Space Solutions: Space for land mobilityabgerufen am 6. Oktober 2026Quelle öffnen (öffnet business.esa.int). Beginnen Sie mit den Fahrzeugen, Containern oder Schiffen, deren Routen die Abdeckung verlassen, und behalten Sie die Ortung per Mobilfunk dort bei, wo sie funktioniert.
F2Wie genau ist die Position?
Das hängt vom Empfänger und vom genutzten Dienst ab. Wo ein Anwendungsfall es erfordert, erreichen Korrekturdienste wie der Galileo High Accuracy Service oder RTK eine höhere Genauigkeit als ein Standardempfänger Quelle: European Space Agency (ESA), ESA Space Solutions, abgerufen am 6. Oktober 2026European Space Agency (ESA), ESA Space SolutionsESA Space Solutions: Space for land mobilityabgerufen am 6. Oktober 2026Quelle öffnen (öffnet business.esa.int).
F3Wie fangen wir an?
Mit einer Karte, die zeigt, wo Ihre Flotte die Mobilfunkabdeckung verlässt und was eine Lücke dort kostet, etwa eine verspätete Ankunftsmeldung oder ein ausbleibender Alarm. Daraus leiten wir die Anforderungen an Geräte, Konnektivität und die Integration in Ihre Systeme ab. Unsere Beratungsübersicht zeigt den Weg vom Problem bis zum Regelbetrieb.
Quellen (5)
- ESA Space Solutions: Space for land mobility (öffnet business.esa.int)
- ESA Space Solutions: Space for maritime (öffnet business.esa.int)
- EU Space Market Report 2026, Issue 1 (öffnet euspa.europa.eu)
- Non-Terrestrial Networks (NTN) (öffnet 3gpp.org)
- Satellite-derived time and position: a study of critical dependencies (Blackett review) (öffnet gov.uk)
Kontakt
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