# Schadenprüfung mit Satellitendaten nach Naturereignissen

Nach Hochwasser, Sturm oder Waldbrand zeigen Satellitenbilder, welche Gebiete betroffen sind, und bei sehr hoher Auflösung auch, wie stark Gebäude beschädigt wurden. Versicherer gleichen den Ort jeder Schadenmeldung mit dieser Ereignisfläche ab, schicken Schadenregulierer:innen dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht werden, und prüfen unstimmige Meldungen genauer. Drohnen und Besichtigungen liefern die Details.

## Wo es hilft

Nach einem Hochwasser, Sturm oder Waldbrand treffen die Schadenmeldungen einer ganzen Region gleichzeitig ein, und die Schadenregulierer:innen können nicht alle Orte auf einmal besichtigen. Das Schadenteam muss entscheiden, welche Fälle es schnell reguliert, wohin es die Regulierer:innen zuerst schickt und welche Meldungen einen zweiten Blick brauchen.

Satellitendaten beantworten die Frage, die hinter allen drei Entscheidungen steht: Wo hat das Ereignis tatsächlich zugeschlagen? Erdbeobachtung kartiert die Ereignisfläche und unterstützt damit Schadensbewertung und Schadenmanagement [1]. Die ESA nennt die Validierung von Versicherungsansprüchen nach Naturkatastrophen als eine Anwendung von Satellitendaten. Die Erkennung von Schäden nach einem Ereignis gehört zudem zu den Themen, die die Projekte ihres Programms Business Applications behandeln [2].

## So funktioniert die Prüfung

1. **Die Ereignisfläche kartieren.** Satellitenbilder, die nach dem Ereignis aufgenommen wurden, zeigen das betroffene Gebiet, zum Beispiel die überflutete oder verbrannte Fläche. Radarsatelliten wie Sentinel-1 liefern Bilder bei jedem Wetter, bei Tag und Nacht, und überflutete Flächen werden sichtbar, wenn man Aufnahmen mehrerer Zeitpunkte vergleicht [5].
2. **Die Schadenmeldungen verorten.** Jede Meldung wird über Adresse oder Koordinaten auf der Karte platziert und mit der Ereignisfläche abgeglichen.
3. **Das Schadensausmaß einstufen.** Wo die Entscheidung es erfordert, zeigen Bilder mit sehr hoher Auflösung (1 Meter oder besser) Schäden an Gebäuden und Infrastruktur [4].
4. **Details vor Ort ergänzen.** GNSS-gestützte Drohnen erfassen vor und nach einem Ereignis Daten für die Schadensbewertung [1], und Schadenregulierer:innen beurteilen den einzelnen Schaden.

**Abbildung:** Illustrative Karte, keine echten Daten. Die Überflutungsfläche entlang des Flusses, die versicherten Gebäude darin und gemeldete Schäden außerhalb der Fläche, die einen zweiten Blick brauchen.

## Welche Daten und Satelliten

- **Radarbilder** für Hochwasser, weil sie durch Wolken und bei Nacht sehen [5].
- **Optische Bilder** in hoher oder sehr hoher Auflösung für Schäden an Gebäuden und Infrastruktur [4].
- **Geländemodelle**, die Hochwasserkarten verbessern und Wassertiefen abschätzbar machen [6].
- **Öffentliche Notfallkarten** zu Ausdehnung und Schäden eines Ereignisses vom Copernicus Emergency Management Service, sofern eine Aktivierung die Region abdeckt [3].
- **Drohnenbilder** mit GNSS-Positionen, für Details, wo Satelliten nicht ausreichen [1].

## Was Sie erhalten

- Eine Ereignisfläche für jedes Ereignis, mit Datum und Quelle.
- Die Schadenmeldungen innerhalb und außerhalb der Ereignisfläche, als Liste für das Schadenteam.
- Eine Reihenfolge für die Einsätze der Schadenregulierer:innen, je nachdem, wo Schäden am wahrscheinlichsten und am schwersten sind.
- Eine dokumentierte Grundlage für jede Entscheidung, die hilft, wenn eine Schadenmeldung strittig ist.

## Grenzen

**Grenzen**

- **Das erste Bild ist nicht immer ein gutes:** Die Notfallkartierung nutzt das erste verfügbare Satellitenbild. Es kann teilweise von Wolken verdeckt sein, aus einem steilen Winkel aufgenommen worden sein oder nur einen Teil des Gebiets abdecken. Aufnahmen aus der Zeit vor dem Ereignis sind nicht immer verfügbar \[4].
- **Radar erkennt Wasser nicht überall:** Radarsensoren erkennen Hochwasser nicht auf jeder Oberfläche gleich gut, und optische Sensoren sind durch Wolken eingeschränkt \[6]. Eine Ereignisfläche kann deshalb überflutete Gebiete übersehen.
- **Eine Ereignisfläche ist kein Urteil:** Satellitenbilder zeigen das betroffene Gebiet und die sichtbaren Schäden, nicht die Schäden im Inneren eines Gebäudes. Liegt eine Schadenmeldung außerhalb der Ereignisfläche, ist das ein Grund, genauer hinzusehen, aber kein Beweis für Betrug.

## So unterstützen wir Sie

Im Leistungsbereich [Strategie und Anwendungsfälle](https://leto.space/de/beratung/strategie/) prüfen wir, wo Satellitendaten in Ihrem Schadenprozess Zeit oder Geld sparen und welche Daten Ihre Region braucht. In der [Umsetzung](https://leto.space/de/beratung/umsetzung/) testen wir den Prozess an einem vergangenen Ereignis, vergleichen das Ergebnis mit den regulierten Schäden und überführen ihn in den Betrieb.

Für die Suche nach Anbietern von Ereignisflächen und Schadenskarten hat [Spacegraph](https://leto.space/de/spacegraph/), unsere Discovery-Plattform, eine Anwendungsfall-Kategorie für Katastrophenhilfe und Schadensbewertung.

## Verwandte Anwendungsfälle

- [Klimarisiken von Immobilien und Anlagen bewerten](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/klimarisiko-immobilien/): Das Risiko vor dem Ereignis: wie stark versicherte Objekte Hochwasser und Waldbrand ausgesetzt sind.
- [Schadenskartierung nach Katastrophen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/katastrophen-schadenskartierung/): Wie Copernicus ein Ereignis binnen Stunden oder Tagen kartiert.
- [Hochwasserrisiko kartieren und früh warnen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/hochwasserrisiko/): Hochwasserkarten und Vorhersagen, bevor das Wasser kommt.
- [Satellitendaten in Versicherung und Finanzwesen](https://leto.space/de/branchen/versicherung-und-finanzen/): Alle Anwendungsfälle für Versicherer, Banken und Investoren.

## Häufige Fragen

### Wie können Versicherer Schadenmeldungen nach Hochwasser oder Sturm mit Satellitendaten prüfen?

Erdbeobachtung kartiert die Ereignisfläche, also das betroffene Gebiet, und unterstützt damit Schadensbewertung und Schadenmanagement [1]. Anschließend wird jede Schadenmeldung verortet und mit dieser Fläche abgeglichen. Die ESA nennt die Validierung von Versicherungsansprüchen nach Naturkatastrophen als eine Anwendung von Satellitendaten im Versicherungswesen [2].

### Zeigen Satelliten den Schaden an einem einzelnen Gebäude?

Nur mit sehr hoch aufgelösten Bildern. Der Copernicus Emergency Management Service nutzt Bilder mit 1 Meter Auflösung oder besser für detaillierte Bewertungen von Schäden an der Infrastruktur und Bilder mit 4 bis 10 Metern für die großflächige Kartierung von Überflutungen [4]. Schäden im Inneren eines Gebäudes oder am Hausrat sind aus dem All nicht sichtbar.

### Können Versicherer die Notfallkarten von Copernicus nutzen?

Aktivieren können den Copernicus Rapid Mapping Service nur berechtigte Stellen. Seine Daten und Ergebnisse stehen aber frei zur Ansicht und zum Download bereit, mit Ausnahme sensibler Aktivierungen [3]. Deckt eine Aktivierung Ihre Schadenregion ab, liefern ihre Hochwasser- oder Schadenskarten kostenlos eine erste Ereignisfläche. Wie der Dienst funktioniert, beschreibt der Anwendungsfall [Schadenskartierung nach Katastrophen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/katastrophen-schadenskartierung/).

## Quellen

1. [EU Space Market Report 2026, Issue 1, EU Agency for the Space Programme (EUSPA), 2026-05-26](https://www.euspa.europa.eu/sites/default/files/documents/EU_Space_Market_Report_2026.pdf)
2. [ESA Space Solutions: Space for finance and insurance, European Space Agency (ESA), ESA Space Solutions, abgerufen am 2026-10-06](https://business.esa.int/finance-and-insurance)
3. [About the Copernicus EMS On-Demand Mapping service, Copernicus Emergency Management Service, abgerufen am 2026-10-07](https://mapping.emergency.copernicus.eu/about/)
4. [Using Earth Observation Data, Copernicus Emergency Management Service, abgerufen am 2026-10-06](https://mapping.emergency.copernicus.eu/about/using-of-earth-observation-data/)
5. [Sentinel-1, European Space Agency (ESA), abgerufen am 2026-10-06](https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Copernicus/Sentinel-1)
6. [Recommended Practice: Flood Mapping with Sentinel-1 and Sentinel-2 Imagery and Digital Terrain Models, UN-SPIDER (United Nations Office for Outer Space Affairs), abgerufen am 2026-10-06](https://un-spider.org/advisory-support/recommended-practices/recommended-practice-flood-mapping-sentinel-1-and-sentinel-2)

Seite: <https://leto.space/de/anwendungsfaelle/schadenspruefung/>
