# ESG-Monitoring von Investmentportfolios mit Satellitendaten

Investor:innen ermitteln die realen Anlagen hinter jeder Position, etwa Werke, Minen, Plantagen oder Immobilien, und beobachten sie mit Satellitendaten über die Zeit. So werden Entwaldung, Landnutzungsänderungen und Aktivität an jedem Standort sichtbar, unabhängig davon, was das Unternehmen berichtet. Über das Portfolio zusammengefasst zeigen die Indikatoren, wo sich Umweltrisiken und Umweltwirkungen bündeln.

## Die Aufgabe

Investor:innen sehen ein Portfolio als Summe von Positionen: Aktien, Anleihen, Kredite und Fonds. Die Umweltwirkung entsteht aber anderswo, in den Werken, Minen, Plantagen und Gebäuden hinter diesen Positionen. Die EUSPA stellt fest, dass herkömmliche Methoden bei der Überwachung des ökologischen Fußabdrucks bestimmter Branchen häufig an ihre Grenzen stoßen [3].

Satellitendaten liefern einen Blick von außen. Die Spatial Finance Initiative der University of Oxford nennt dieses Feld Spatial Finance: die Einbindung von Geodaten und Geoanalysen in Finanztheorie und Finanzpraxis [4]. Portfolio-Mapping, die Überwachung von Sachwerten, Entwaldungsanalysen und die Prüfung eingereichter Offenlegungen gehören zu den Themen, die die Projekte des ESA-Programms Business Applications im Finanzbereich behandeln [1].

## So funktioniert das Portfolio-Monitoring

1. **Positionen mit Anlagen verknüpfen.** Jede Position wird mit den realen Anlagen verknüpft, die das Unternehmen besitzt oder finanziert. Offene Anlagendatenbanken wie GeoAsset erfassen Standort, Eigentümer und Kapazität für Branchen mit hoher Umweltwirkung, zum Beispiel Zement, Stahl, Petrochemie sowie Zellstoff und Papier [4].
2. **Jede Anlage beobachten.** Satellitendaten zeigen den Zustand jedes Standorts und seiner Umgebung und wie sich beides über die Zeit verändert.
3. **Indikatoren ableiten.** Je Anlage, etwa Waldverlust in einem bestimmten Umkreis oder neuer Flächenverbrauch, und zusammengefasst je Position und für das gesamte Portfolio.
4. **Mit Offenlegungen abgleichen.** Widerspricht ein Indikator dem, was ein Unternehmen berichtet, wird die Abweichung zum Thema für den Dialog mit dem Unternehmen oder für die Anlageentscheidung.

**Abbildung:** Jede Position wird mit den realen Anlagen dahinter verknüpft, jede Anlage wird mit Satellitendaten beobachtet, und Indikatoren wie Waldverlust oder neuer Flächenverbrauch werden mit den Angaben der Unternehmen abgeglichen. Illustratives Portfolio, keine echten Daten.

## Welche Daten und Satelliten

- **Landbedeckung**: Das Copernicus-Inventar CORINE kartiert Landbedeckung und Landnutzung in ganz Europa in 44 Klassen [7]. Es liefert den Kontext eines Standorts.
- **Optische Bilder**: Sentinel-2 erfasst 13 Spektralkanäle mit bis zu 10 m Auflösung und erreicht mit zwei Satelliten eine Wiederholrate von fünf Tagen [5]. Die Bilder zeigen Vegetation, Rodungen und Bautätigkeit an einem Standort.
- **Radarbilder**: Sentinel-1 liefert Bilder bei jedem Wetter, bei Tag und Nacht [6]. Das ist wichtig für Anlagen in Regionen mit häufiger Bewölkung.
- **Anlagendaten**: Standorte, Eigentümer und Kapazität der Anlagen, aus Ihren eigenen Unterlagen, von den Unternehmen oder aus offenen Datenbanken [4].

Wie diese Satelliten funktionieren, erklärt die Seite [Was ist Erdbeobachtung?](https://leto.space/de/wissen/erdbeobachtung/).

## Was Sie erhalten

- Eine Karte der realen Anlagen des Portfolios, verknüpft mit den Positionen.
- Warnungen, wenn an oder nahe einer Anlage Entwaldung oder Landnutzungsänderungen auftreten, auf Basis optischer Bilder, die am Äquator alle fünf Tage neu entstehen [5].
- Indikatoren je Anlage, die Screening und ESG-Berichterstattung unterstützen [2].
- Eine Grundlage für Fragen an die Portfoliounternehmen, wo Beobachtungen und Offenlegungen auseinandergehen.

## Grenzen

**Grenzen**

- **Ohne Standort keine Beobachtung:** Satelliten beobachten Orte, keine Unternehmen. Sind die Anlagen hinter einer Position unbekannt, hat die Methode nichts zu beobachten. Offene Anlagendatenbanken decken bisher eine Auswahl von Branchen mit hoher Umweltwirkung ab \[4].
- **Wolken und Auflösung:** Optische Sensoren sind durch Wolken eingeschränkt \[8]. Bei 10 m Auflösung \[5] zeigt ein Satellit die Ausdehnung eines Standorts, nicht aber, was in seinen Gebäuden geschieht.
- **Ein Indikator ist keine Wirkungsanalyse:** Ein Satellitenindikator zeigt eine Veränderung am Boden. Ob sie für eine Position wesentlich ist und wer dafür verantwortlich ist, erfordert weiterhin eine Analyse und oft ein Gespräch mit dem Unternehmen.

## So unterstützen wir Sie

Im Leistungsbereich [Strategie und Anwendungsfälle](https://leto.space/de/beratung/strategie/) legen wir fest, welche Indikatoren für Ihr Portfolio maßgeblich sind, und prüfen, ob sich die Standorte der Anlagen ermitteln lassen. Im Leistungsbereich [Anforderungen und Beschaffung](https://leto.space/de/beratung/beschaffung/) spezifizieren wir Daten und Dienste und vergleichen Anbieter mit Ihren Anforderungen.

[Mehr zur Umsetzung](https://leto.space/de/beratung/umsetzung/)

Für die Suche nach Anbietern hat [Spacegraph](https://leto.space/de/spacegraph/), unsere Discovery-Plattform, eine Branchenkategorie für Versicherung und Finanzen und eine Anwendungsfall-Kategorie für CO₂- und ESG-Verifizierung.

## Verwandte Anwendungsfälle

- [CSRD-Berichterstattung automatisch anreichern](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/csrd-berichterstattung/): Dieselben Indikatoren aus Sicht des berichtenden Unternehmens.
- [Waldzustand und Entwaldung überwachen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/waldmonitoring/): Wie Satelliten Waldschäden und Rodungen erkennen.
- [Klimarisiken von Immobilien und Anlagen bewerten](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/klimarisiko-immobilien/): Hochwasser- und Waldbrandrisiko für die Anlagen in einem Portfolio.
- [Satellitendaten in Versicherung und Finanzwesen](https://leto.space/de/branchen/versicherung-und-finanzen/): Alle Anwendungsfälle für Versicherer, Banken und Investoren.

## Häufige Fragen

### Wie können Investor:innen die Umweltwirkung der Anlagen in einem Portfolio überwachen?

Indem sie jede Position mit den realen Anlagen verknüpfen, die das Unternehmen besitzt oder finanziert, und diese Anlagen aus dem All beobachten. Portfolio-Mapping, die Überwachung von Sachwerten, Entwaldungsanalysen und die Prüfung von Offenlegungen gehören zu den Themen, die die Projekte des ESA-Programms Business Applications im Finanzbereich behandeln [1]. Finanzinstitute nutzen Erdbeobachtung außerdem, um Investitionen zu screenen und Indikatoren für die ESG-Berichterstattung bereitzustellen [2].

### Funktioniert das für börsennotierte Unternehmen oder nur für Sachwerte?

Es funktioniert überall dort, wo die Standorte der Anlagen bekannt sind. Bei direkt gehaltenen Sachwerten kennen Sie die Standorte. Bei börsennotierten Unternehmen müssen sie erst zusammengetragen werden. Offene Anlagendatenbanken wie GeoAsset der University of Oxford erfassen Standort, Eigentumsverhältnisse und Kapazität für Branchen mit hoher Umweltwirkung wie Zement und Stahl [4].

### Wie fangen wir an?

Mit einem Teil des Portfolios, in dem das Umweltrisiko konkret ist, zum Beispiel Positionen mit Plantagen, Minen oder Schwerindustrie. Prüfen Sie, für wie viele Anlagen sich die Standorte ermitteln lassen. Gleichen Sie dann eine kleine Auswahl an Indikatoren mit dem ab, was die Unternehmen offenlegen. Unsere [Beratungsübersicht](https://leto.space/de/beratung/) zeigt den Weg vom Problem bis zum Regelbetrieb.

## Quellen

1. [ESA Space Solutions: Space for finance and insurance, European Space Agency (ESA), ESA Space Solutions, abgerufen am 2026-10-06](https://business.esa.int/finance-and-insurance)
2. [EU Space Market Report 2026, Issue 1, EU Agency for the Space Programme (EUSPA), 2026-05-26](https://www.euspa.europa.eu/sites/default/files/documents/EU_Space_Market_Report_2026.pdf)
3. [EUSPA EO and GNSS Market Report, Issue 2, 2024, EU Agency for the Space Programme (EUSPA), 2024](https://www.euspa.europa.eu/sites/default/files/external/publications/euspa_market_report_2024.pdf)
4. [The Spatial Finance Initiative, Oxford Sustainable Finance Group, Smith School of Enterprise and the Environment, University of Oxford, abgerufen am 2026-10-06](https://www.cgfi.ac.uk/spatial-finance-initiative/)
5. [Sentinel-2: Facts and figures, European Space Agency (ESA), abgerufen am 2026-10-06](https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Copernicus/Sentinel-2/Facts_and_figures)
6. [Sentinel-1, European Space Agency (ESA), abgerufen am 2026-10-06](https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Copernicus/Sentinel-1)
7. [CORINE Land Cover, Copernicus Land Monitoring Service, abgerufen am 2026-10-06](https://land.copernicus.eu/en/products/corine-land-cover)
8. [Recommended Practice: Flood Mapping with Sentinel-1 and Sentinel-2 Imagery and Digital Terrain Models, UN-SPIDER (United Nations Office for Outer Space Affairs), abgerufen am 2026-10-06](https://un-spider.org/advisory-support/recommended-practices/recommended-practice-flood-mapping-sentinel-1-and-sentinel-2)

Seite: <https://leto.space/de/anwendungsfaelle/esg-portfolio-monitoring/>
