# Prognose erneuerbarer Stromerzeugung mit Satellitendaten

Satellitendaten verbessern Solarprognosen auf zwei Wegen. Geostationäre Wettersatelliten beobachten Wolkenfelder über große Gebiete, und aus der fortgeschriebenen Wolkenbewegung wird die Einstrahlung vorhergesagt, typischerweise vier bis sechs Stunden im Voraus. Für längere Zeiträume fließen Satellitenbeobachtungen in numerische Wettermodelle ein, die einige Stunden bis mehrere Tage vorausschauen.

## Warum Prognosen für das Netz wichtig sind

Solar- und Windstrom schwanken mit dem Wetter. Diese Schwankungen in der Erzeugung belasten die Netzstabilität, und mit dem Ausbau der volatilen Quellen ist der Netzausgleich zu einem zentralen Thema geworden [1].

Kurzfristige Prognosen helfen Betreibern zu entscheiden, wann sie Speicher laden oder entladen und wann sie andere Erzeugung hoch- oder herunterfahren [1]. Sie unterstützen außerdem die Kraftwerkseinsatzplanung und verringern den Bedarf an teuren, schnell regelbaren Kraftwerken [3]. Wer die erneuerbare Erzeugung mit Satellitendaten in Echtzeit erfasst, kann zudem kurzfristige Strompreise besser abschätzen [2].

## So funktioniert es

Woraus eine Prognose entsteht, hängt davon ab, wie weit sie in die Zukunft reicht [3]:

| Horizont                                                | Wichtigste Eingangsdaten       | Funktionsweise                                                                                                                                            |
| ------------------------------------------------------- | ------------------------------ | --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- |
| Bis zu einigen Stunden, bei relativ stabiler Wetterlage | Messungen an der Anlage        | Statistische Modelle oder Machine-Learning-Modelle schreiben die gemessene Zeitreihe fort; bei wechselhafter Bewölkung liefern sie selten gute Ergebnisse |
| 10 bis 20 Minuten                                       | Himmelskameras am Boden        | Bilder des Himmels über der Anlage zeigen heranziehende Wolken                                                                                            |
| Typischerweise 4 bis 6 Stunden                          | Geostationäre Wettersatelliten | Wolkenbewegungsvektoren schreiben das beobachtete Wolkenfeld fort, mit Aktualisierungen alle 10 bis 30 Minuten                                            |
| Einige Stunden bis Tage oder Wochen                     | Numerische Wettervorhersage    | Physikalische Modelle simulieren die Atmosphäre, einschließlich Entstehung und Auflösung von Wolken                                                       |

Satelliten spielen in dieser Kette zwei Rollen. Geostationäre Satelliten beobachten Wolken über große Gebiete, und ihre Bilder sind die wichtigste Eingangsgröße für Solarprognosen bis zu einigen Stunden im Voraus [3]. Außerdem fließen Satellitenbeobachtungen in die Wettermodelle ein: Beim ECMWF tragen sie von allen Beobachtungsarten am meisten zur Prognosequalität bei [5].

PV-Prognosedienste auf dem Stand der Technik verlassen sich nicht auf ein einzelnes Modell. Intraday-Systeme kombinieren Online-Messungen, satellitengestützte Prognosen und Prognosen aus Wettermodellen und optimieren das Ergebnis mit statistischen Methoden oder Machine Learning [3].

**Abbildung:** Typischer Horizont jeder Eingangsgröße auf einer logarithmischen Zeitachse. Messungen an der Anlage reichen nur bei stabiler Wetterlage einige Stunden voraus.

## Welche Daten und Satelliten

### Einstrahlung aus Satellitendaten

Der Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) stellt die Globalstrahlung auf die horizontale Ebene sowie Direkt- und Diffusstrahlung bereit. Die Werte für alle Bewölkungslagen werden aus Beobachtungen von Meteosat und Himawari abgeleitet. Für das Sichtfeld von Meteosat reicht die Zeitreihe bis Februar 2004 zurück, in Auflösungen von einer Minute bis zu einem Monat. Als Anwendungen nennt CAMS unter anderem die Überwachung von Solaranlagen und ihre Integration in die Stromnetze [4]. Wie solche Daten bei der Planung einer neuen Anlage helfen, behandelt der Anwendungsfall [Standortwahl](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/standortwahl/).

### Ertragsschätzungen

Im Betrieb unterstützt Erdbeobachtung Ertragsschätzungen und kurzfristige Erzeugungsprognosen für Solaranlagen. Für die Wasserkraft beobachtet sie Niederschlag, Schneedecke, Bodenfeuchte, die Ausdehnung von Flüssen und die Füllstände von Speichern, um Zuflüsse vorherzusagen [1].

### Klimainformationen für die Energiewirtschaft

Der Copernicus Climate Change Service liefert Klimaindikatoren, die für den Energiesektor relevant sind, etwa zum Strombedarf und zur Erzeugung aus erneuerbaren Quellen [1].

## Was Sie erhalten

- Intraday-Prognosen der PV-Leistung für eine Anlage oder ein Portfolio, typischerweise in stündlicher oder viertelstündlicher Auflösung, wie sie der Intraday-Stromhandel braucht [3]
- Day-Ahead-Prognosen, die mehrere Wettermodelle mit statistischen Methoden oder Machine Learning kombinieren [3]
- Schätzungen der regional aggregierten PV-Leistung, die Netzbetreiber für die Vermarktung von PV-Strom und für das Netzmanagement brauchen [3]
- Einstrahlungszeitreihen aus Satellitendaten, mit denen Sie Ihre Anlagen im Betrieb überwachen [4]

## Grenzen

**Grenzen**

- **Satelliten decken die nächsten Stunden ab:** Prognosen aus der Wolkenbewegung im Satellitenbild reichen typischerweise vier bis sechs Stunden voraus. Darüber hinaus ist die numerische Wettervorhersage das wichtigste Verfahren \[3].
- **Keine Prognose ohne Messungen:** Zeitreihenmodelle müssen mit Messungen vor Ort trainiert werden \[3]. Satellitendaten ersetzen Ihre eigene Messung nicht.
- **Die Genauigkeit hängt vom Klima ab:** Die Fehler von Prognosen aus Wettermodellen hängen stark von den klimatischen Bedingungen ab. In sonnigen Regionen ist der relative Fehler typischerweise kleiner \[3]. Fragen Sie Anbieter nach Fehlerkennzahlen von Standorten, deren Klima Ihrem ähnelt.

## So unterstützen wir Sie

Ob sich eine bessere Prognose rechnet, hängt davon ab, was Prognosefehler Sie heute kosten, sei es bei Ausgleichsenergie, Speichern oder im Handel. Wir helfen Ihnen, das zu beziffern, legen Horizont, Auflösung und Fehlermaß fest und vergleichen die Anbieter in einem Projekt zu [Anforderungen und Beschaffung](https://leto.space/de/beratung/beschaffung/) nach denselben Kriterien.

[Mehr zu Umsetzung und Pilotprojekten](https://leto.space/de/beratung/umsetzung/)

Der Marktplatz von [Spacegraph](https://leto.space/de/spacegraph/), unserer Discovery-Plattform, hat eine Branchenkategorie für Energie und Versorgung.

## Verwandte Anwendungsfälle

- [Standorte für Solarparks und Windparks auswählen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/standortwahl/): Wie Satellitendaten bei der Wahl von Erzeugungsstandorten helfen.
- [Präzise Zeitsynchronisation für Stromnetze](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/zeitsynchronisation-stromnetz/): Warum Netzmessungen von der GNSS-Zeit abhängen.
- [Vertrieb erneuerbarer Energiesysteme automatisieren](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/vertrieb-erneuerbare-energie/): Welche Daten helfen, den Verkauf erneuerbarer Energiesysteme zu automatisieren.
- [Energie und Versorgung](https://leto.space/de/branchen/energie-und-versorgung/): Alle Anwendungsfälle für Energie- und Versorgungsunternehmen.

## Häufige Fragen

### Welche Daten müssen wir mitbringen?

Standort und technische Daten der Anlagen sowie ihre gemessene Leistung. Prognosen auf Basis lokaler Messungen brauchen Beobachtungen vor Ort, also Messwerte der Einstrahlung oder der PV-Leistung [3]. Die gemessene Leistung ist zugleich der Maßstab, an dem Sie jede Prognose prüfen. Bei Prognosen für eine ganze Region liegt eine häufige Schwierigkeit darin, dass die PV-Leistung der meisten Anlagen in vielen Ländern nicht in ausreichender Auflösung gemessen wird [3].

### Helfen Satellitendaten auch bei Windprognosen?

Ja. Satellitendaten und satellitengestützte Dienste erfassen Wetterlagen, Bewölkung, Sonneneinstrahlung und Windgeschwindigkeit und unterstützen so kurzfristige Prognosen der erneuerbaren Erzeugung [1]. Radardaten von Sentinel-1 werden außerdem genutzt, um das Windpotenzial auf See zu kartieren [1]. Diese Frage gehört zur [Standortwahl](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/standortwahl/).

### Wie starten wir ein Pilotprojekt?

Wählen Sie eine Anlage oder ein Portfolio, bei dem Prognosefehler schon heute Geld kosten, etwa über Ausgleichsenergie oder Abregelung, und legen Sie fest, mit welchem Fehlermaß Sie messen. Unsere [Beratungsübersicht](https://leto.space/de/beratung/) zeigt den Weg vom Problem bis zum Regelbetrieb, und in einem Erstgespräch klären wir, ob sich ein Pilotprojekt lohnt.

## Quellen

1. [EU Space Market Report 2026, Issue 1, EU Agency for the Space Programme (EUSPA), 2026-05-26](https://www.euspa.europa.eu/sites/default/files/documents/EU_Space_Market_Report_2026.pdf)
2. [EUSPA EO and GNSS Market Report, Issue 2, 2024, EU Agency for the Space Programme (EUSPA), 2024](https://www.euspa.europa.eu/sites/default/files/external/publications/euspa_market_report_2024.pdf)
3. [Best Practices Handbook for the Collection and Use of Solar Resource Data for Solar Energy Applications, Fourth Edition (Report IEA-PVPS T16-6:2024), International Energy Agency, Photovoltaic Power Systems Programme (IEA PVPS), Task 16, 2024](https://iea-pvps.org/wp-content/uploads/2024/09/Best-Practices-Handbook-for-the-Collection-and-Use-of-Solar-Resource-Data-for-Solar-Energy-Applications-Fourth-Edition-.pdf)
4. [CAMS solar radiation time-series (dataset overview), Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS), Atmosphere Data Store, abgerufen am 2026-10-06](https://ads.atmosphere.copernicus.eu/datasets/cams-solar-radiation-timeseries?tab=overview)
5. [Fact sheet: ECMWF's use of satellite observations, European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF), 2020-07-06](https://www.ecmwf.int/en/about/media-centre/focus/2020/fact-sheet-ecmwfs-use-satellite-observations)

Seite: <https://leto.space/de/anwendungsfaelle/erzeugungsprognose/>
