# Baufortschritt mit Satellitenbildern überwachen

Mit Satellitenbildern lässt sich der Baufortschritt verfolgen, vor allem bei großen Baustellen, bei Vorhaben mit vielen Baustellen und an abgelegenen Orten. Der Vergleich aufeinanderfolgender Bilder zeigt Indikatoren wie auf- oder abgebaute Kräne, Baumaterial, Lkw und neue Gebäude. Bauherren und Kreditgeber erhalten regelmäßig Informationen, ohne vor Ort zu sein, und können Inspektionen dort planen, wo sie nötig sind.

## Wer es braucht

Bauunternehmen sehen den Fortschritt ihrer eigenen Arbeit. Eigentümer von Infrastruktur und Finanzierungsinstitute können dagegen meist nicht während der gesamten Bauphase vor Ort sein. Für fundierte Entscheidungen brauchen sie trotzdem regelmäßige und verlässliche Informationen über den Fortschritt [2].

Besonders relevant ist die Fortschrittsüberwachung per Satellit für große Baustellen wie Gigafactories und Flughäfen, für Vorhaben, die sich mit vielen Beteiligten über viele Baustellen verteilen, etwa neue U-Bahn-Linien und Stationen, und für Bauvorhaben an abgelegenen Orten [2].

## So funktioniert es

Das Verfahren heißt Veränderungserkennung (Change Detection). Aufeinanderfolgende Satellitenbilder derselben Baustelle werden verglichen, und die Unterschiede dienen als Indikatoren für den Fortschritt: auf- oder abgebaute Kräne, Baumaterial und Abfall auf dem Gelände, Lkw und neue Gebäude [2]. Laut EUSPA lässt sich so der Fortschritt an jeder Stelle der Baustelle nahezu in Echtzeit überwachen [1].

Künstliche Intelligenz hilft, diese Arbeit zu automatisieren. Veränderungserkennung auf Basis von Mustererkennung und Objektcharakterisierung ist für das Infrastrukturmanagement von zentraler Bedeutung, und Machine Learning hilft, die wachsende Menge an Satellitendaten zu verarbeiten [2]. Wie KI aus Bildern Informationen gewinnt, zeigt unser Anwendungsfall [Satellitenbilder mit KI auswerten](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/ki-bildauswertung/).

Zwei verwandte Verfahren ergänzen die Fortschrittsüberwachung. Radarinterferometrie kann Bodenverformungen im Umfeld einer Baustelle überwachen [1]. Mehr dazu unter [Bodenbewegungen mit InSAR überwachen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/bodenbewegung-insar/). Auf der Baustelle selbst liefert GNSS den digitalen Bauwerksmodellen (BIM) hochgenaue Positionen der Anlagen und Geräte [1].

## Welche Daten und Satelliten

| Daten                                | Was sie zeigen                                                | Beispiel                                              |
| ------------------------------------ | ------------------------------------------------------------- | ----------------------------------------------------- |
| Sehr hoch aufgelöste optische Bilder | Objekte auf der Baustelle: Kräne, Material, Lkw, neue Gebäude | Kommerzielle Missionen                                |
| Hoch aufgelöste optische Bilder      | Größere Veränderungen auf der Baustelle                       | Copernicus Sentinel-2, 10 m, Wiederholrate fünf Tage  |
| Radarbilder                          | Aufnahmen durch Wolken und bei Nacht                          | Copernicus Sentinel-1 und kommerzielle Radarmissionen |

Sehr hoch aufgelöste und häufig aktualisierte Bilder machen die Fortschrittsüberwachung per Satellit erst möglich, und EUSPA zählt sowohl optische Bilder als auch Radarbilder dazu [2]. Sentinel-2-Bilder haben eine Auflösung von 10 m und eine Wiederholrate von fünf Tagen [3].

**Abbildung:** Vier Satellitenbilder desselben Gebiets im Westen von Graz, beschriftet mit 2017, 2019, 2021 und 2025. Wo 2017 grüne Felder liegen, zeigen die Bilder von 2019 und 2021 hellen, unbewachsenen Boden; 2025 stehen auf derselben Fläche neue Häuserblöcke. Der Stadtteil Reininghaus im Westen von Graz in vier Aufnahmen von Copernicus Sentinel-2: 4. August 2017, 30. Juni 2019, 14. Juni 2021 und 1. September 2025. Jeder Ausschnitt deckt etwa 2 mal 2 km ab. Bei 10 m Auflösung zeigen die Ausschnitte die Veränderung der gesamten Fläche, von Feldern über unbewachsenen Boden bis zu neuen Gebäuden, aber keine einzelnen Objekte wie Kräne oder Lkw. Contains modified Copernicus Sentinel data 2017, 2019, 2021 and 2025. Verarbeitung durch LETO SPACE. Daten bezogen über die von Element 84 gepflegte Sentinel-2-Sammlung auf AWS Open Data. [6]

## Was Sie erhalten

- eine Bildzeitreihe für jede Baustelle, damit sich der Fortschritt von Aufnahme zu Aufnahme verfolgen lässt
- Fortschrittsindikatoren je Baustelle, etwa vorhandene Kräne oder neue Gebäudeumrisse [2]
- bei Vorhaben mit vielen Baustellen dieselben Indikatoren für alle Baustellen in einer Ansicht
- besser geplante Baustellenbegehungen: Die Informationen helfen, Inspektionen zu optimieren, ihre Kosten zu senken und die Sicherheit der Beschäftigten zu verbessern [2]

## Grenzen

**Grenzen**

- **Nur, was von oben sichtbar ist:** Ein Satellit sieht die Baustelle von oben. Arbeiten im Inneren von Gebäuden, die Qualität der Ausführung und die Abnahme bleiben Aufgabe der Fachleute vor Ort.
- **Wolken verdecken optische Bilder:** Optische Satelliten sehen nicht durch Wolken, Radarsatelliten wie Sentinel-1 dagegen schon \[4]. Ein Dienst, der nur auf optische Bilder setzt, kann einen geplanten Berichtstermin verpassen.
- **Kostenlose Bilder zeigen nur größere Veränderungen:** Indikatoren wie Kräne, Material und Lkw erfordern sehr hoch aufgelöste Bilder \[2]. Ein Dienst, der nur auf kostenlosen Sentinel-2-Bildern mit 10 m Auflösung beruht \[3], zeigt größere Veränderungen auf der Baustelle, aber keine einzelnen Objekte.

## So unterstützen wir Sie

Fortschrittsüberwachung ist dann nützlich, wenn sie in eine Entscheidung einfließt, etwa in einen Zahlungsmeilenstein, den Bericht an einen Kreditgeber oder die Überprüfung eines Bauprogramms. In einem [Strategieprojekt](https://leto.space/de/beratung/strategie/) prüfen wir, ob Satellitendaten Ihre Frage besser beantworten als die Berichte, die Sie bereits erhalten. Danach formulieren wir die Anforderungen: Indikatoren, Bildauflösung, Berichtsintervall und Lieferformat.

[Mehr zu Anforderungen und Beschaffung](https://leto.space/de/beratung/beschaffung/)

Der Marktplatz von [Spacegraph](https://leto.space/de/spacegraph/), unserer Discovery-Plattform, hat eine Anwendungsfall-Kategorie für die Überwachung von Standorten und Baustellen.

## Verwandte Anwendungsfälle

- [Bodenbewegungen mit InSAR überwachen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/bodenbewegung-insar/): Wie Radarsatelliten Bodenbewegungen im Millimeterbereich messen.
- [Maschinensteuerung und Vermessung mit GNSS](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/gnss-maschinensteuerung/): Satellitenpositionierung für Baumaschinen und Vermessung.
- [Bau und Immobilien](https://leto.space/de/branchen/bau-und-immobilien/): Alle Anwendungsfälle für Bau, Infrastruktur und Immobilien.

## Häufige Fragen

### Welche Bildauflösung brauchen wir?

Das hängt vom Indikator ab. Bilder von Copernicus Sentinel-2 sind kostenlos [5] und haben eine Auflösung von 10 m [3]. Darauf sind größere Veränderungen auf der Baustelle zu sehen, aber keine einzelnen Objekte. Indikatoren wie Kräne, Material und Lkw werden mit sehr hoch aufgelösten Bildern verfolgt, und erst diese machen die Fortschrittsüberwachung per Satellit möglich [2]. Die Anforderungen sollten das kleinste Objekt nennen, das Sie erkennen müssen.

### Wie oft bekommen wir ein Bild unserer Baustelle?

Sentinel-2 hat eine Wiederholrate von fünf Tagen [3]. Bei sehr hoch aufgelösten Bildern hängt die Häufigkeit von der Mission ab, bei der Sie die Bilder kaufen. Optische Aufnahmen brauchen einen klaren Himmel. Radarbilder, etwa von Sentinel-1, gibt es auch bei Bewölkung und in der Nacht [4]. Richten Sie das Berichtsintervall nach der Entscheidung aus, die die Information stützen soll, zum Beispiel nach einem monatlichen Zahlungsmeilenstein.

### Wie starten wir ein Pilotprojekt?

Wählen Sie ein Projekt mit mehreren Baustellen oder eine große Baustelle, und legen Sie die Indikatoren fest, die für Ihre Entscheidung maßgeblich sind, etwa den Beginn der Erdarbeiten oder die Fertigstellung des Rohbaus. Vergleichen Sie dann, was die Bilder zeigen, mit Ihren Baustellenberichten. Unsere [Beratungsübersicht](https://leto.space/de/beratung/) zeigt den Weg vom Problem bis zum Regelbetrieb.

## Quellen

1. [EU Space Market Report 2026, Issue 1, EU Agency for the Space Programme (EUSPA), 2026-05-26](https://www.euspa.europa.eu/sites/default/files/documents/EU_Space_Market_Report_2026.pdf)
2. [EUSPA EO and GNSS Market Report, Issue 2, 2024, EU Agency for the Space Programme (EUSPA), 2024](https://www.euspa.europa.eu/sites/default/files/external/publications/euspa_market_report_2024.pdf)
3. [Sentinel-2 (mission page), European Space Agency (ESA), abgerufen am 2026-10-06](https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Copernicus/Sentinel-2)
4. [Sentinel-1 mission… did you know?, European Space Agency (ESA), 2025-11-03](https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Copernicus/Sentinel-1/Sentinel-1_mission_did_you_know)
5. [Copernicus, European Commission, DG Defence Industry and Space (EU Space portal), abgerufen am 2026-10-07](https://eu-space.europa.eu/earth-observation/copernicus)
6. [Copernicus Sentinel-2 Level-2A scenes of tile 33TWN, 4 August 2017, 30 June 2019, 14 June 2021 and 1 September 2025, Copernicus Sentinel data (European Union, ESA), Sentinel-2 Cloud-Optimized GeoTIFFs maintained by Element 84 on AWS Open Data, abgerufen am 2026-10-08](https://earth-search.aws.element84.com/v1/collections/sentinel-2-l2a/items/S2B_33TWN_20170804_0_L2A)

Seite: <https://leto.space/de/anwendungsfaelle/baufortschritt/>
