# Bahninfrastruktur mit Satellitendaten überwachen

Satellitendaten erfassen ein ganzes Bahnnetz auf einmal. Optische Bilder zeigen, wie die Vegetation entlang der Gleise wächst, Radar misst Verformungen, Absenkungen und Rutschungen des Bodens unter der Strecke, und Hochwasserkarten zeigen, wo die Strecke Überflutungen ausgesetzt ist. Bahninfrastrukturbetreiber entscheiden damit, wo sie zuerst inspizieren und instand halten, statt jeden Kilometer vor Ort zu prüfen.

## Wer Satellitendaten an der Strecke braucht

Bahninfrastrukturbetreiber unterhalten lange Netze in unterschiedlichstem Gelände, Untergrund und Klima. Große Netze vor Ort zu inspizieren ist teuer. Für die Überwachung der Bodenstabilität im gesamten Netz können lokale Verfahren wie LiDAR zu kostspielig sein, weil sie umfangreiche Messnetze erfordern [2].

Für diesen Maßstab eignen sich Satellitendaten. Die EUSPA beschreibt, wie Satellitenbilder den Bewuchs und seine Nähe zu den Gleisen sowie Bodenverformungen und Absenkungen im gesamten Netz erfassen, damit sich Probleme angehen lassen, bevor sie eskalieren [1]. Lösungen auf Basis von Erdbeobachtung und GNSS unterstützen die Überwachung von Gleisverformungen im Netzmaßstab und die Bewertung von Naturgefahren und senken dabei die Kosten für Inspektionen vor Ort. Eine kontinuierliche Überwachung ermöglicht den Übergang zur vorausschauenden Instandhaltung, und die Überwachung von Bodenbewegungen per Radarinterferometrie wird ebenso wie die Vegetationsüberwachung zunehmend in die operativen Abläufe des Infrastrukturmanagements eingebunden [1].

## Was Satellitendaten entlang einer Strecke messen können

- **Vegetation an der Strecke**: Bilder von Copernicus Sentinel-2 haben eine Auflösung von 10 m und eine Wiederholrate von fünf Tagen [3]. Vegetationsindizes wie der NDVI, berechnet aus rotem und nahinfrarotem Licht, zeigen die Dichte der Vegetation und Veränderungen ihres Zustands [4]. Eine Zeitreihe zeigt, wo der Bewuchs an die Strecke heranwächst.
- **Bodenverformung**: Radarinterferometrie misst im Millimeterbereich die Absenkungen und Rutschungen, die Bahnstrecken betreffen, und der European Ground Motion Service stellt diese Daten kostenlos bereit [5]. Wie das funktioniert, erklärt [Bodenbewegungen mit InSAR überwachen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/bodenbewegung-insar/).
- **Hochwasserrisiko**: Das European Flood Awareness System erstellt probabilistische Hochwasservorhersagen mit einer Vorlaufzeit von bis zu zehn Tagen, und seine Benachrichtigungen gehen an nationale, regionale und lokale Behörden [7]. Die Hochwassergefahr entlang einer Strecke lässt sich vorab kartieren, wie unter [Hochwasserrisiko kartieren und früh warnen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/hochwasserrisiko/) beschrieben.

Radarsatelliten wie Sentinel-1 nehmen bei Tag und Nacht und durch Wolken hindurch auf [8]. Die Überwachung von Bodenbewegungen hängt deshalb nicht vom Wetter ab.

**Abbildung:** Illustrative Karte, keine echten Daten. Eine Bahnstrecke entlang eines Flusses, mit per Radar gemessenen Bodenbewegungen am Gleis und an Gebäuden in der Nähe.

## So funktioniert es

1. **Korridor festlegen**: die zu überwachenden Strecken und ein Puffer beiderseits des Gleises.
2. **Datenebenen aufbauen**: eine Vegetationszeitreihe aus optischen Bildern, Messpunkte zur Bodenbewegung aus Radardaten und Gefahrenebenen für Hochwasser und Erdrutsche.
3. **Schwellenwerte setzen**: zum Beispiel Vegetation innerhalb eines bestimmten Abstands zum Gleis oder Bewegungsraten über einem Grenzwert in Millimetern pro Jahr.
4. **Abschnitte priorisieren**: Jeder Streckenabschnitt erhält eine Priorität aus den Ebenen, die er quert.
5. **Inspizieren und instand halten**: Die Instandhaltungsteams nehmen sich zuerst die Abschnitte oben auf der Liste vor, und ihre Befunde fließen in die Schwellenwerte zurück.

Satellitendaten ergänzen die Messungen, die die Bahn bereits durchführt. Züge im Regelbetrieb, die mit Sensoren ausgestattet sind, überwachen zunehmend die Gleisgeometrie, verknüpft mit GNSS für eine genaue Verortung [1]. Drohnen mit GNSS liefern hochaufgelöste Bilder von Oberleitungen, Gleisgeometrie und Vegetation. Der italienische Infrastrukturbetreiber RFI etwa setzt Drohnen und GNSS ein, um Oberleitungen und Gleisgeometrie zu überwachen [1].

## Was Sie erhalten

- eine Karte des Netzes mit Abschnitten, priorisiert nach Vegetation, Bodenbewegung und Gefahren
- Zeitreihen zu Vegetation und Bodenbewegung für jeden Abschnitt
- Warnungen, wenn ein Abschnitt einen von Ihnen festgelegten Schwellenwert überschreitet
- eine Grundlage, um Vegetationsrückschnitt, Inspektionen und Instandhaltung vorausschauend zu planen [1]

## Grenzen

**Grenzen**

- **Für ein Gleis sind 10 m grob:** Ein kostenloses Sentinel-2-Pixel deckt 10 mal 10 m ab \[3]. Es zeigt Trends der Vegetation entlang eines Korridors, aber keinen einzelnen Baum, der sich zur Oberleitung neigt. Dafür braucht es sehr hoch auflösende Bilder, Drohnen oder eine Begehung.
- **Wolken verdecken optische Bilder:** Das Vegetationsmonitoring stützt sich auf optische Bilder, die Wolken verdecken können. Radar arbeitet durch Wolken hindurch \[8], misst aber Bodenbewegungen und nicht den Zustand der Pflanzen.
- **Bodenbewegungsdaten kommen nicht in Echtzeit:** Der European Ground Motion Service wird einmal jährlich aktualisiert \[6]. Plötzliche Ereignisse wie ein schneller Hangrutsch erfordern Sensoren vor Ort und Warnsysteme.
- **Kein Blick auf das Gleis selbst:** Satelliten messen weder die Gleisgeometrie noch den Zustand von Schienen, Schwellen und Weichen. Das bleibt Aufgabe von Messzügen und Inspektionen \[1].

## So unterstützen wir Sie

Eine netzweite Überwachung verändert, wie Inspektionen geplant werden, und muss deshalb in den Instandhaltungsprozess passen. In einem [Strategieprojekt](https://leto.space/de/beratung/strategie/) prüfen wir, welche Risiken entlang Ihrer Strecken sich mit Satellitendaten am besten erfassen lassen. Anschließend formulieren wir die Anforderungen: Datenebenen, Schwellenwerte, Aktualisierungsintervall und die Schnittstelle zu Ihrem Asset-Management-System.

[Mehr zu Anforderungen und Beschaffung](https://leto.space/de/beratung/beschaffung/)

Der Marktplatz von [Spacegraph](https://leto.space/de/spacegraph/), unserer Discovery-Plattform, enthält eine Anwendungsfall-Kategorie für die Integrität von Infrastruktur und eine Branchenkategorie für Transport und Logistik.

## Verwandte Anwendungsfälle

- [Bodenbewegungen mit InSAR überwachen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/bodenbewegung-insar/): Wie Radarsatelliten Bodenbewegungen im Millimeterbereich messen.
- [Pipelines und Leitungstrassen überwachen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/trassenueberwachung/): Vegetation und Bodenbewegungen entlang von Energietrassen.
- [Globale Verkehrsknoten überwachen](https://leto.space/de/anwendungsfaelle/verkehrsknoten-monitoring/): Häfen und Knotenpunkte, von denen eine Lieferkette abhängt.
- [Mobilität und Logistik](https://leto.space/de/branchen/mobilitaet-und-logistik/): Anwendungsfälle für Straße, Schiene, Luftfahrt und Schifffahrt.

## Häufige Fragen

### Welche Satellitendaten helfen, die Vegetation entlang von Bahnstrecken zu überwachen?

Satellitenbilder helfen, den Bewuchs und seine Nähe zu den Gleisen im gesamten Netz zu erfassen [1]. Copernicus Sentinel-2 liefert alle fünf Tage kostenlose Bilder mit 10 m Auflösung [3]. Daraus berechnete Vegetationsindizes wie der NDVI zeigen die Dichte und den Zustand der Pflanzen [4]. Für einzelne Bäume nahe am Gleis braucht es sehr hoch auflösende Bilder oder Drohnen.

### Wie oft werden die Daten aktualisiert?

Das hängt von der Datenebene ab. Sentinel-2 hat eine Wiederholrate von fünf Tagen [3], Wolken können einzelne Aufnahmen aber verdecken. Der European Ground Motion Service wird einmal jährlich aktualisiert [6]. Das passt zu langsamen Bewegungen wie Bodensenkungen, nicht zu plötzlichen Ereignissen.

### Wie starten wir ein Pilotprojekt?

Wählen Sie eine Strecke oder eine Region mit bekannten Problemen, etwa Störungen durch Vegetation oder einen Hang, der sich bewegt, und vergleichen Sie die Ergebnisse aus Satellitendaten mit Ihren Inspektionsberichten. So sehen Sie, was die Daten zusätzlich liefern, bevor Sie sie auf das ganze Netz ausweiten. Unsere [Beratungsübersicht](https://leto.space/de/beratung/) zeigt den Weg vom Problem bis zum Regelbetrieb.

## Quellen

1. [EU Space Market Report 2026, Issue 1, EU Agency for the Space Programme (EUSPA), 2026-05-26](https://www.euspa.europa.eu/sites/default/files/documents/EU_Space_Market_Report_2026.pdf)
2. [EUSPA EO and GNSS Market Report, Issue 2, 2024, EU Agency for the Space Programme (EUSPA), 2024](https://www.euspa.europa.eu/sites/default/files/external/publications/euspa_market_report_2024.pdf)
3. [Sentinel-2 (mission page), European Space Agency (ESA), abgerufen am 2026-10-06](https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Copernicus/Sentinel-2)
4. [Landsat Normalized Difference Vegetation Index, U.S. Geological Survey (USGS), abgerufen am 2026-10-06](https://www.usgs.gov/landsat-missions/landsat-normalized-difference-vegetation-index)
5. [Tap into Europe in motion (European Ground Motion Service), European Space Agency (ESA), 2022-07-26](https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Copernicus/Sentinel-1/Tap_into_Europe_in_motion)
6. [European Ground Motion Service (product page), Copernicus Land Monitoring Service, abgerufen am 2026-10-06](https://land.copernicus.eu/en/products/european-ground-motion-service)
7. [Observer: How the EU Space Programme supports flood preparedness, the role of the European Flood Awareness System (EFAS), EU Space Programme (Copernicus Observer), 2025-01-29](https://eu-space.europa.eu/news/observer-how-eu-space-programme-supports-flood-preparedness-role-european-flood-awareness-system-efas)
8. [Sentinel-1 mission… did you know?, European Space Agency (ESA), 2025-11-03](https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Copernicus/Sentinel-1/Sentinel-1_mission_did_you_know)

Seite: <https://leto.space/de/anwendungsfaelle/bahninfrastruktur/>
